Beutel mit Tunnelzug (ohne Futter)

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Beutel mit Tunnelzug (ohne Futter)

In so einem Beutel mit Tunnelzug lässt sich allerlei sortieren: Schuhe, Wolle, Legosteine. Er ist so schnell genäht, dass man durchaus auch 24 für einen Adventskalender machen kann.

Genau das mache ich gerade: einen Adventskalender und so nebenbei sollen dabei Anleitungen für unterschiedliche Fertigungsarten für den Tunnelzugbeutel entstehen.

In diesem Beitrag hier zeige ich dir erst mal drei mögliche Fertigungsarten für einen Tunnelzugbeutel ohne Futter.

Adventsbeutel_Zuschnitte

Meine Zuschnitte für die Adventskalenderbeutel sind 12x16cm groß.

Die Zahlen hab ich mit Vliesofix aufgebügelt und dann noch mit Zickzackstich umnäht.

Variante 1: Beutel mit Tunnelzug direkt am oberen Rand

Beutel mit Tunnelzug V1_01

Bevor du mit dem Nähen beginnst, kannst du beide Teile rundum mit einem Zickzackstich versäubern.
Ich habe das nicht gemacht, weil die Adventsbeutelchen ja maximal ein mal im Jahr in Gebrauch sind, deshalb werde ich den Rand einfach mit der Zickzackschere zurück schneiden.

Lege die beiden Stoffteile rechts auf rechts zusammen.

Beginn beim Zusammennähen 5cm vom oberen Rand entfernt, nähe dann rundum und höre auf der anderen Seite ebenfalls 5cm vom oberen Rand entfernt auf.

Beutel mit Tunnelzug V1_03

Bügle im oberen Bereich die Nahtzugaben auseinander.

Klapp danach den oberen Rand um 1cm um und bügle ihn so.

Beutel mit Tunnelzug V1_04

Näh jetzt auf beiden Seiten knappkantig um den Schlitz.

Beutel mit Tunnelzug V1_05
Beutel mit Tunnelzug V1_06

Nun klapp den oberen Rand um zwei Zentimeter nach unten und nähe ihn dann knappkantig fest.

Wenn der Beutel so klein ist, dass er nicht um den Freiarm passt, dann drehe die rechte Seite nach außen und nähe innen.

Beutel mit Tunnelzug V1_07

Jetzt brauchst du zwei Bänder mit ca. 35cm Länge.

Mit Hilfe einer Sicherheitsnadel, ziehst du ein Band von rechts ein und fädelst es rundum, bis es wieder rechts heraus kommt.

Das andere Band fädelst du von links ein und ziehst es ebenfalls rundherum, bis es wieder links heraus kommt.

Beutel mit Tunnelzug V1_08
Beutel mit Tunnelzug V1_07

Verknote die Bändelenden.

Mit den Bändern lässt sich der Beutel leicht zusammen ziehen. Beim Öffnen dagegen muss man ein klein wenig fummeln.

Der Beutel mit Tunnelzug lässt sich leichter öffnen, wenn der Tunnelzug nicht direkt am Rand ist, sondern etwas tiefer, denn dann kannst du ihn zum Auseinanderziehen an dem überstehenden Stoff gut greifen.

Variante 2: Tunnelzug mit Abstand zum oberen Rand

Beutel mit Tunnelzug V2_06

Der rote und der graue Beutel im Bild links, sind beide aus jeweils zwei Stoffstücken von 12x16cm entstanden.

Der rote sieht aber kleiner aus und es passt auch weniger rein. Wenn er gleich viel fassen soll, dann musst du hier die Stoffteile länger machen.

Beutel mit Tunnelzug V2_01

Diesmal soll beim Zusammennähen in der Seitennaht eine Lücke bleiben. Am Besten du zeichnest dir das, wie auf dem Bild links, auf die Rückseite deines Stoffes.

Wie groß der Zipfel des Beutels sein soll, ist Geschmackssache und wie breit die Lücke sein muss, hängt von der Dicke deiner Kordel ab.
Für mein Beutelchen habe ich von oben kommend 5cm genäht und dann eine Lücke von 1cm gelassen.

Vor und nach den Lücken, musst du deine Naht verriegeln.

Beutel mit Tunnelzug V2_03

Bügle die Nahtzugaben auseinander.

In der Seitennaht ist jetzt eine Öffnung, durch die man später die Kordel ziehen kann.

Beutel mit Tunnelzug V2_02

Klapp jetzt die Oberkante erst 1cm und dann noch 2,5cm nach unten. Die Kante kommt genau am Ende des offenen Bereichs zu liegen.

Im Bild links siehst du die Markierungen, wo die Öffnungen sind und du klappst die Kante herunter bis zu der durchgezogenen lila Linie.

Beutel mit Tunnelzug V2_05

Die Kante steppst du dann einmal knappkantig ab und nochmal einen Zentimeter weiter oben.

Zwischen den beiden Nähten ist jetzt der Tunnel entstanden, durch den du deine Zugbändel ziehen kannst.

Ein 1cm-Tunnel ist sehr schmal, das passt bei mir nur, weil ich auch einen sehr dünnen Bändel habe.
Wenn du einen Beutel planst, musst du die Tunnelbreite so wählen, dass deine Kordel (die ja doppelt liegt) gut reinpasst.

Beutel mit Tunnelzug V2_04

Variante 2b: Tunnelzug mit Abstand zum oberen Rand

Für den Tunnelzug mit Abstand zum oberen Rand, möchte ich dir noch eine zweite Fertigungsmöglichkeit zeigen.

Beutel mit Tunnelzug V3_01
Beutel mit Tunnelzug V3_02

Ich habe die die Stoffteile etwas länger zugeschnitten als beim vorherigen Beutel, weil ich einen längeren Überstand wollte.

Bei dieser Fertigungsart nähst du die Seitenteile und den Boden ohne Unterbrechung.

Bügel danach die Nahtzugaben auseinander.

Beutel mit Tunnelzug V3_03

Jetzt klappst du die obere Kante um 1cm um und dann so tief, wie dein Überstand werden soll.

Die Kante nähst du dann knappkantig ab und außerdem noch 1cm oberhalb (oder auch mehr, je nach Kordeldicke).

Bei beiden Nahten verriegelst du, wenn du über die Seitennaht nähst. Du machst das, weil du zwischen den zwei Nähten nachher die Seitennaht auftrennen wirst und nicht willst, dass es dort weiter aufreißt.

Beutel mit Tunnelzug V3_04
Beutel mit Tunnelzug V3_05

Zwischen den beiden Nähten (roter Strich) trennst du nun die Seitennaht auf und kannst dann dort deinen Bändel durchfädeln.

Beutel mit Tunnelzug V3_07

In einem weiteren Beitrag (den ich verlinke, sobald er entstanden ist), zeige ich dir, wie du solche Beutel mit Tunnelzug und Innenfutter nähst.

By |2018-11-01T10:49:25+00:00November 1st, 2018|Nähen, Nähen ganz einfach, Nähen Taschen|0 Comments

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